PRINZ Reisereport
Zu Fuß durch Palma
Die junge Szene in Mallorcas Hauptstadt liebt diese Viertel: In Santa Catalina und Ciudad Jardín, weit weg von "Ballermann" und "Bierkönig", eröffnen stilvolle Shops und Restaurants, hippe Bars und coole Clubs.Die lassen sich bei einem Streifzug durch die schmalen Gassen von Palmas Altstadt entdecken.
Jan Choueiri will weiter. Er ruft ein Taxi, das chauffiert uns vorbei an Palmas prächtiger Kathedrale ins boomende Viertel Santa Catalina. Hier reihen sich jede Menge neu eröffnete Bars und Restaurants entlang der Calle de la Fábrica aneinander. Seit einem Jahr ist die Straße für Autos gesperrt, Scharen von Amüsierwilligen flanieren seitdem ungestört auf der flach bebauten, von bunten Reklameschildern erleuchteten Ausgeh64meile. Neuzugänge wie das schneeweiß gestylte Restaurant "León Alberti" erstrahlen neben alt eingesessenen Tapas-Bars. Den Eingang nach Santa Catalina markiert die Bar "Cuba Colonial". "Donnerstags ist hier der beste Tag", weiß Choueiri, und schon ist er in dem Gebäude im Kolonialstil verschwunden. Drinnen, im Restaurant, servieren Kellner in engen, schwarzen Hemden mallorquinisch-mediterrane Speisen, während sich unten im Club die Tanzfläche füllt. Auf mit Leder bezogenen Polsterbänken plaudern deutsche Zugezogene mit einheimischen Freunden. Der DJ legt House auf, und Choueiri flirtet gleich mit einer ganzen Gruppe von Frauen. Mir schwant: Die Nacht wird lang.
Am nächsten Tag, nach wenig Schlaf, sitze ich im hellen Sonnenschein auf der Terrasse der "Bar Nicolás" an der Plaza Mercat. Dort treffe ich Pedro Vidal, Inhaber des angesagten Mode-Stores "Piel de Gallina". Der dürre, hyperaktive Vidal nimmt mich mit zu seinem Shop. In dem stehen zwischen Regalen und Kleiderstangen DJ-Pulte parat für die kleine Party nach Geschäftsschluss: "Das hält die Stammkunden und bringt neue Käufer her", sagt Vidal. Sie alle kommen wegen der ausgesuchten Vintage-Mode aus Mallorca und Casual-Designs aus den europäischen Metropolen: "Ich liebe Berlin, den Style dort", sagt er, greift zum Telefonhörer, plappert wild los und ruft mir zwischendrin ein schnelles Adiós hinterher.
Oberhalb der Treppenstufen am Paseo de Quint, mitten im modischen Schmelztiegel Palmas, bastelt Tony Jiménez an seinem Fahrrad herum. Ihm gehört der Mode-Shop "Addict". Kommt Kundschaft, berät er kompetent und verkauft Hemden, Hosen, Kleider für Clubnacht und Alltag. "Geschäft ist wichtig", sagt er, lächelt und deutet auf seinen Drahtesel. Der sieht verdammt teuer aus. "Kommst du heute Nacht ins ,Hotel Tabú‘?", fragt er, bevor er weiterschraubt.
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