In direkter Nachbarschaft zu Bremens grüner Lunge - dem Bürgerpark - wohnt der Bremer Geldadel. Und Geld wird gern ausgegeben in der Wachmannstraße, die sich langsam aber sicher zur Flaniermeile entwickelt
Princess & Queens - Edelschick für kleine Prinzessinnen und ihre Mamas, ansprechend präsentiert zwischen Antiquitäten
HAUPTSCHLAGADER WACHMANNSTRASSE
"Lieber stark wohnen als Schwachhausen" - der Erfinder dieses Bonmots gehört der Bremer Landesgrenzen verwiesen. Denn er hat eindeutig eines: keine Ahnung! Schwachhausen gilt als eine der feinsten Adressen der Hansestadt, und das nicht ohne Grund. Die optimale Anbindung an die Stadt und zum Bahnhof, andererseits diese lauschige Idylle mit Bremens grüner Lunge - dem Bürgerpark - vor der Haustür sind für viele Schwachhauser die perfekte Symbiose zum Leben. Hier stehen sie, die prachtvollen Villen und hochherrschaftlichen Jugendstilhäuser. Reiche Bremer Kaufleute suchten zunächst Domizile für ihre Sommerfrische - das war vor rund 200 Jahren. Später, um die Jahrhundertwende zogen sie dann komplett samt Entourage von der Stadtmitte um in das hübsche Viertel. Laut Mietspiegel, den es offiziell in Bremen gar nicht gibt, ist Schwachhausen eines der teuersten Pflaster. Entsprechend gutsituiert sind die meisten Bewohner. Doch während im benachbarten Ortsteil Oberneuland gern die Nouveau Riches ihren Zaster öffentlich zur Schau stellen, sitzt hier eher der konservative Geldadel. Gediegen lautet hier das Zauberwort, und entsprechend kultiviert wird auch das Einkaufen zelebriert. Hauptschlagader des Konsums ist die Wachmannstraße, die mit zahlreichen kleinen, teils alteingessenen, teils neueröffneten Läden zum Shoppen verführt. Treffpunkt Nummer eins ist die Bäckerei Otten am Anfang der Flaniermeile. Otten gilt als eine der Schwachhauser Institutionen. Nicht weniger beliebt ist das Eiscafé Molin schräg gegenüber. Gerade kleckert ein gutbetuchter Sprössling Eis auf das rosa Latzröckchen aus Feinkord. Großmama meckert, und wir suchen lieber das Weite, kehren im benachbarten Vinissimo ein. Die kleine Tapasbar im Souterrain hat sich als einer der Hotspots etabliert. Kein Wunder: Täglich wechselnde Gerichte, eine gute Weinauswahl und am Wochenende Live-Jazz wirken wie ein Magnet. An der großen Theke locken leckere Tapasvariationen: Bei eingelegtem Hokkaido- Kürbis, Reisauflauf und exotischen Gemüsespießen läuft einem nur vom Anschauen das Wasser im Munde zusammen.Wir entscheiden uns allerdings für einen bescheidenen Kaffee auf der Terrasse. Der wird auch prompt an den Tisch serviert. "Wir werden gut angenommen, und inzwischen sagen die Schwachhauser ‘Jetzt wird unser Viertel ein Viertel'", erzählt uns die Bedienung stolz. Das finden auch die Verkäuferinnen von Princess and Queens: "Die Straße hat sich in den letzen zwei Jahren wirklich gemacht. Es fehlt eigentlich nur noch ein Schlachter!" In ihrem Laden wird statt Hammelkeule und Hinterschinken allerdings klassische Designermode präsentiert: Antiquitäten, Kronleuchter und verzierte Spiegel bieten hierfür den perfekten Rahmen. "Gant läuft super, ebenso wie auch die Jeans von unserer neuen Marke Citizens Of Humanity." Und kleine Ladies werden stilsicher und modern in die Kreationen von Replay, Donaldson und La Martina gewandet. Gegenüber bei Articolo zeigt uns Jürgen Klecha- Wellmann den perfekten Hula-Hüftschwung.
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Wachmannstraße: Stark leben und stilvoll shoppen
Die besten Adressen
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