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VARIO:TON: LustVerlust+


Schaulust, Bremen, Sa, 11.08., 19:30 Uhr

Wertung

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Inszenierter Konzertabend. Ein junges, ambitioniertes, Musikensemble, geht entgegen konventioneller Traditionen neue musikalische und performative Wege.

Event hinzugefügt von varioton
Der Titel LustVerlust+ ist auf den ersten Blick vielleicht nicht grade ein einladendes Versprechen. Wer sich dennoch darauf einlässt, wird den inszenierten Konzertabend als Gewinn erleben. Er darf ein junges, ambitioniertes, Musikensemble erleben, das sich in der Verantwortung sieht, entgegen konventioneller Traditionen neue musikalische und performative Wege zu gehen. Musiker, so ambitioniert, dass sie diesen Ethos als Unabdingbarkeit verstehen, als Zwang, als Passion.

Um diese Dynamik zwischen Obsession und Abkehr soll es auch thematisch im Einstandskonzert von VARIO:TON gehen. Künstlerisch unterstützt und vervollständigt werden die 15 Musiker von dem Schauspieler Max Pross und der Sozialpsychologin Marie-Sophie Löhlein, die in einem Vortrag über die kulturellen und gesellschaftlichen Dimensionen von Ekel referiert. Dem 20. und 21. Jahrhundert verschrieben, verschließt VARIO:TON aber nicht die Augen vor anderen Epochen, Genres und Disziplinen, und präsentiert sich vielseitig und ohne Scheu vor Variationen.

Spannungsgeladen beginnt der Abend mit Wagners Vorspiel zu Tristan und Isolde. Eine Rezitation von Kafka und das Konzert opus 24 von Anton von Webern bilden mit ihrer kurzen, prägnanten Sprachstilistik eine radikale Abwendung vom Werk Wagners.

Der sexuell konnotierte Mittelteil des Konzertprogramms hält neben dem Vortrag der Sozialpsychologin Löhlein die deutsche Erstauffühung des Stückes "Chlor Chlor Pommes mit Adoleszenz" des Bremer Komponisten Niklas Seidl - eine Hommage an die romantischen, unangenehmen und erotischen Gefühle der Pubertät, und die Rezitation einer Villon-Ballade bereit.

Als Abschluss des Programms folgt dem Gedicht "Selige Sehnsucht" von J.W.Goethe ein Klassiker der Moderne: George Benjamins "At first light", inspiriert von dem Gemälde "Northiam Castle" von William Turner, zeichnet musikalisch das Bild eines düster-funkelnden Sonnenaufgangs, das eine ambivalente Atmosphäre hinterlässt.
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